Neben meinen Modellbauaktivitäten ( Luftkissenprojekt und Pistenraupen ) bin ich letztens auf das Thema Heißluftmotor gestoßen.
Eine erste Suche im Internet (z.B.: The Swiss Stirling Society, American Stirling Company ) hat mir verdeutlicht, wie Stirlingmotoren funktionieren.
Daraufhin habe ich mir überlegt, wie man die Kolbenmaschinen durch Kreiskolben ersetzen kann:
Ein
Halbkreisförmiger Verdränger verschiebt das Luftvolumen zwischen
der warmen - und der kalten Seite. Er wird durch einen normalen Arbeitskolben
angetrieben. Derzeit versuche ich, dieses Konzept mit einfachsten Mitteln
in die Praxis umzusetzen, ich bin aber noch nicht fertig.
Mein
erster Versuch bestad aus einem Kunststoffring (Abflußrohr, 5cm)
als Zylinder und einem abgeflachten Kreisverdränger aus Schaumstoff
(Verpackungsmaterial).
Der Arbeitskolben besteht aus dünner Verpackungsfolie,
die über ein Kunststoffring (Abflußrohr, 3cm) gezogen ist. Ich
habe sie mit einem Gumiring befestigt. Auf die Membrane habe ich eine Scheibe
mit einer Holzleiste geklebt. Die beiden Elemente habe ich mit einem Schlauch
verbunden.
Ich habe den Verdrängerbaustein zur Hälfte
in heißes Wasser getaucht und die Achse des Verdrängers gedreht.
Dabei konnte ich leider keine Bewegung am Arbeitskolben feststellen.
Ich gehe von folgenden Problemen aus:
- Zu kleines Arbeitsvolumen
- Zu großes Totvolumen
- Zu schlechte Wärmeleitfähigkeit der Zylinders
- Zu kleiner Abstand zwischen warmer und kalter Seite
- Undichtigkeiten
Also
habe ich den zweiten Versuch gestartet.
Den Verdränger habe ich aus Sperrholz gebaut. Dazu
habe ich zwei Scheiben auf die Stahlachse geklebt und mit dünnem Holz
beplankt. Dazu müßen die Zuschnitte natürlich gewässert
und vorgebogen werden.
Die
Beplankung wird mit Gumiringen angedrückt, bis der Leim trocken ist.
Leider
unscharf.
Der Verdränger steckt bereits in der Blechdose.
Den vorderen Abschluß wird der Deckel bilden, wenn ich das Kugellager
dort angebracht habe. Rechts liegt der Arbeitskolben - mitlerweile habe
ich die Kunststofffolie gegen einen aufgeschnittenen Luftbalon ausgetauscht.
Bericht und Bilder demnächst.
Aber es scheint, daß das Totvolumen zu groß
ist. Die verwendeten Kugellager sind zwar leichtgängig, aber wohl
nicht ausreichend Luftdicht. Der Verdränger ist nicht ausgewuchtet
und "eiert" etwas.
Diese
Bauform kommt ga
nz
ohne normale Kolben aus. Die Drehachse des Kreiskolbens ist gegenüber
dem Zylindermittelpunkt verschoben. Die einzelnen Luftvolumen sind durch
Trennwände (Flügel, starr oder flexiebel) voneinander getrennt.
Diese Bauform sollte selbstanlaufend sein und die Kraft sehr gleichmäßig
abgeben (je mehr Flügel, desto gleichmäßiger). Elastische
Flügel (oder drehbar gelagerte) sind einfacher anzufertigen, benötigen
allerdings eine hohe Drehzahl (evtl. nicht selbststartend) , da die Flügel
erst durch die Zentrifugalkraft nach außen gedrückt werden und
dadurch einen dichten Abschluß bilden. Eine Besonderheit ist das
Fehlen des Totvolumens.
Ich sehe allerdings Probleme mit der Reibung und der
Abdichtung.
Der skizzierte Aufbau muß links geheizt werden,
damit er sich in Uhrzeigerrichtung dreht.


Für
diesen Aufbau wird ein wärmebeständiger, geschlossenzelliger
Schaumstoff benötigt, dessen Zellmembranen sehr elastisch sein müssen.
Die einzelnen Zellen dienen als abgeschlossene Luftvolumen. Aus diesem
Material wird ein Ring ausgeschnitten und sowohl auf einen dünnwandigen
Außenring als auch auf ein Walze geklebt. Die Achsen von Kolben (Walze)
und Zylinder (Außenring) werden gegeneinander verschoben - und beide
werden drehbar gelagert. Die Funktion habe ich oben bereits erläutert.
Diese Konstruktion scheitert wohl am geeigneten Schaummaterial.
Dieser
Aufbau besteht aus einem drehbar gelagerten Rohr, das auf seiner Innenseite
mit Luftkammern versehen ist. Die Innenwandung dieser Kammern bestehen
aus elastischen Membranen. An diesen sind Gewichte angebracht.
Wird das Rohr an einer Seite erhitzt, so wird der Abstand
zwischen Gewicht und Achse an der warmen Seite geringer - auf der kalten
Seite wird er größer. Die unterschiedlichen Drehmomente sollten
für eine Rotation des Rohres sorgen.
Dieser
Aufbau ist die Umkehrung eines Rootsgebläses. Ich glaube, das man
duch eine modifizierte Flügelgeometrie einen funktionsfähigen
Heißluftmotor erhält.
Desweiteren halte ich auch das Funktionsprinzip des Wankelmotors
für verwendbar.
Alle gezeigten Geräte haben die Drehbewegung als
Gemeinsamkeit.
Ich habe bewust auf die Bezeichnung Stirlingmotor verzichtet,
da ich noch keinen Regenerator unterbringen konnte. Bei der Drehbewegung
nimmt die Luft unterschiedliche Wege von der warmen zur kalten - und von
der kalten zur warmen Seite.
Diese
Skizze soll meine ersten Überlegungen zum Einsatz eines "Regenerators"
beim Kreiskolbenmotor zeigen. Dabei ist die Bezeichnung "Regenerator" eigentlich
in diesem Fall falsch. Aber erst mal zum Aufbau: Ein massiver Kupferklotz
sitzt im hohlen Kreiskolben. Er dreht sich nicht mit. Dennoch soll er eine
gute thermische Ankopplung zum "Kolbenrohr" haben. Er soll die Wärme
vom oberen Bereich (soll Wärme abgeben) zum unteren Bereich (soll
Wärme aufnehmen) weiterleiten. Beim konventionellen Stirlingmotor
wird die Luft zwischen dem Aufheizen und Abkühlen am Regenerator vorbeigeleitet,
der einen Teil der Wärme aufnimmt, speichert und wieder abgibt. Die
Wirkung meines "Regenerators" ist die gleiche. Nur fordert der Verzicht
auf eine oszillierende Bewegung andere Maßnahmen - der kontinuierlichen
Wärmeleitung (hier: von oben nach unten). Da mir die Bezeichnung "Wärmeleiter"
aber nicht so gut gefällt, bleibe ich aus historischen Gründen
bei "Regenerator" oder noch besser "Economizer".
Bei
dieser Version wird die Luft von der warmen zur kalten Seite durch eine
Öffnung im Kreisverdränger geleitet und treibt dabei den Arbeitskolben
an (von der warmen Seite wird gedrückt, von der kalten gezogen, also
doppelwirksam). Kann man in diesen Luftkanal einen Regenerator unterbringen?
In diesem Fall muß der Verdränger nicht nur
die Luft verschieben, sondern muß luftdicht im Gehäuse laufen,
da auf den beiden Seiten ein Druckunterschied aufgebaut werden soll.
Der gezeigte Aufbau sollte geändert werden: Der
Verdränger sollte sich nicht in einem Rohr drehen, sondern starr in
diesem befestigt werden. Das Außenrohr dreht sich mit.
Dieser
Aufbau besteht aus vier Luftkammern (natürlich können es auch
mehr oder weniger sein). An jeder Kammer befindet sich ein Arbeitskolben.
Das ganze Gebilde ist drehbar gelagert - nur der Excenter in der Mitte
(natürlich außermittig) ist fest mit einem Gehäuse verbunden.
Der Winkel zwischen Wärmequelle und Excenter bestimmt die Drehrichtung
(und Drehzahl / Drehmoment). Ein Nachteil ist, daß das Gehäuse
immer wieder aufgeheizt und abgekühlt werden muß.
Zwischenzeitlich bin ich auf das Buch "Stirling - Maschinen" (ISBN 3-922 964-35-4) gestoßen (dank einer Empfehlung von Peter Kamber). Dort werden auch Rotationskolbenmaschinen, Drehkolben-, Kreiskolben- und Umlaufkolbenmaschinen beschrieben. Aber die Varianten, die ich oben skizziert habe, sind dort nicht aufgeführt.
Auch die Links auf der Seite http://www.bekkoame.ne.jp/~khirata/indexe.htm (Tip von Thomas Schmidt und Hans-Peter Laengle) haben mir weitere Einblicke in das Thema verschafft - aber auf einen Stirlingmotor mit Kreiskolben bin ich dort auch nicht gestoßen. Die Kolbenmaschinen sind offensichtlich wesentlich beliebter als Kreiskolbenmotoren - ein Exot unter den Exoten.
Doch - jetzt habe ich sowas gefunden: Unter http://www.laengle-hp.de/MotorHL-04zuInf.htm
habe ich die Beschreibung eines Motors (HL-04) mit Kreisverdränger
gefunden, wie ich ihn ganz oben auf dieser Seite skizziert habe. Aber leider
ist der Motor nicht gelaufen.
Auf meine Anfrage hin hat mir Hans-Peter Längle
aber sehr interessante Informationen zur Verfügung gestellt: Auf der
Homepage von Khoichi Hirata (Link im letzten Absatz) hat er einen Motor
mit kreisförmigem Verdränger gefunden (funktionsfähig).
Einen weiteren solchen Motor hat H. Dieter Schager gebaut.
Meine Konzepte scheitern am Regeneratorproblem!
Ein weiterer Nachteil ist, daß bei der Kreisbewegung
keine diskontinuierliche Verdrängersteuerung möglich ist - oder
etwa doch?
Das meine Basteltätigkeiten nicht zum gewünschten
Ziel führen war vorhersehbar. Aber Wellen lassen sich abdichten und
Totvolumen reduzieren - das ist eine Frage der sorgfältigen Planung
und einer präzisen Bauausführung. Aber das ist erst der zweite
Schritt - zuerst benötige ich ein erfolgversprechendes Konzept.
Mittlerweile habe ich mich aber wieder aus diesem Bereich zurückgezogen.
Solange mir nichts neues zu diesem Thema einfällt, werde ich diese
Seite in ihrem jetztigen Zustand belassen. Andere Sachen sind mir momentan
wichtiger, z.B. Luftkissenboot XS2, mein Kanada-Urlaub und das Erlernen
des Modellfluges (in Nienhagen).
Wer Erfahrungen oder sonstige Informationen zu einer der oben beschriebenen Bauformen (oder auch andere Modelle) hat, der schreibe mir doch bitte eine Mail an Juergen@Pellengahr.de